Hamburger Meisterschaft 2009/2010

FC Soccer in Hamburg gewinnt die erste Meisterschaft der Indoor Soccer Liga Hamburg.

Lokalmatadoren holen den Pott!

Ein knappes halbes Jahr haben sich die Teams der Indoor Soccer Liga Hamburg einmal pro Monat getroffen, um im Hallenkäfig fußballerisch die Klingen zu kreuzen. Nach jeder Menge Einsatz, Schweiß und spielerischen Leckerbissen qualifizierten sich am Ende die vier besten Mannschaften aus den beiden Hallen in Stellingen und Bergedorf für die erste Hamburger Meisterschaft der ISLHH.

Hamburger Meister FC Soccer in Hamburg (mitte), 2. MVA Stellingen (links), 3. City Sports Bergedorf (rechts).

 

Am vergangenen Samstag war es endlich so weit! Die Crème de la Crème der Indoor Soccer Liga Hamburg konnte im direkten Aufeinandertreffen den ersten Hamburger Meister ausspielen. „Die Rahmenbedingungen passen! Die Stimmung ist bestens, die Teams sind heiß – wird Zeit, dass es endlich los geht“, freute sich Liga-Gründer Alexander Tgahrt auf den Startschuss des Finaltags. Nach kurzer Vorstellung durch die Turnierleitung ging es dann pünktlich um 17.15 Uhr los, zur Freude aller Spieler, Fans und „Trainer“. Und wer nun dachte, dass ein laues Hobbyturnier auf dem Programm stand, der sah sich getäuscht! Vom Anpfiff weg war bei allen Beteiligten Einsatzwille und Ergeiz zu sehen, besonders beim bulligen Stürmer „Waldi“ von Lechia Hamburg – eine rein polnische Mannschaft, deren Großteil aus Danzig stammt – der gegen die klar favorisierten Lokalkicker vom FC Soccer in Hamburg das erste Turniertor des Tages schoss. Der Jubel war kaum verhallt, da besorgte FC Soccer in Hamburg-Captain Ramazan Güler, ansonsten Kicker für den FC Bingöl in der Bezirksliga Süd, den zwischenzeitlichen Ausgleich. Am Ende stand es 6:3 für die äußerst selbstbewusst auftretenden Hausherren. „Wir sind heute klarer Favorit! Ich glaube an mein Team, dass wir den Pokal hier behalten“, äußerte sich Güler kurz nach Abpfiff des ersten Spiels seiner Mannen in der Gruppe A augenzwinkernd.

 

Auch auf Platz zwei, dem der Gruppe B, fielen vom Anpfiff weg jede Menge Tore. Besonders zielsicher zeigten sich die Mannen von City Sports Bergedorf, die sich bereits nach zwei Gruppenspielen für das Halbfinale qualifizierten sowie die Krupunder Kickers, denen im vorletzten Gruppenspiel ein torloses und hochverdientes Remis gegen City Sports Bergedorf für den Semifinaleinzug reichte. „Das macht richtig Laune! Wir sind ein langjähriger Freundeskreis, kennen uns aus der Schule und dem Fitnessstudio und werden kommende Saison auf jeden Fall wieder mitmachen“, waren die beiden „Manager“ der Krupunder Kicker – dem jüngsten aller Teams mit einem Altersschnitt von 19 – Philipp Krüger und Philipp Göbel voll des Lobes, ob der neugegründeten Liga. Weniger zufrieden aber dennoch bester Laune dürften die Teams Los Galacticos und Velux gewesen sein. Schon frühzeitig stand ihr Ausscheiden in der Gruppe B fest.

 

Zu einem wahren Showdown kam es in Gruppe A! Neben den souverän durchmarschierten FC Soccer in Hamburg-Männern, kämpften die Kicker der Müllverbrennungsanlage (MVA) Stellingen gegen Lechia Hamburg um das letzte Halbfinal-Ticket. Beide Teams konnten jeweils gegen die Freie evangelische Gemeinde Bergedorf dreifach Punkten, denen selbst der göttliche Beistand nichts brachte. Doch nach 15 gespielten Minuten und einem klaren 4:0 für MVA Stellingen, gab es auf Seiten Lechias zumeist lange Gesichter. „Schade, wir hatten uns mindestens das Halbfinale erhofft“, ärgerte sich Lechia-Keeper Michael Rypina nach der Niederlage.

 

Hier die Abschlusstabellen nach der Vorrunde:

Gruppe A Tore Punkte
FC Soccer in Hamburg 23:6 9
MVA Stellingen 11:11 6
Lechia Hamburg 7:12 3
Fr. ev. Gemeinde Bergedorf 6:18 0

 

Gruppe B

Tore Punkte
City Sports Bergedorf 10:3 7
Krupunder Kickers 8:7 5
Velux 14:13 4
Los Galacticos 9:18 0

 

Wirklich Verschnaufen konnte aber keiner der Akteure vor den beiden Halbfinalbegegnungen. Gerade Platz genommen um die müden Knochen etwas auszuruhen, stürmten schon die Cheerleader „Sea Pearls“ auf das Feld. Schnell waren alle Blessuren vergessen, stattdessen war die Stimmung auf dem Siedepunkt. „Ein absolut sensationelles Pausenprogramm“, war aus den Reihen der Aktiven zu vernehmen.

 

Nach zehn Minuten war das Spektakel (leider) schon vorbei. Der Fokus galt nun voll und ganz den Semi-Finals, die es wahrlich in sich hatten. Die jungen Krupunder Kickers hatten das FC Soccer in Hamburg-Team lange Zeit am Rande einer Niederlage, erst Sekunden vor Abpfiff erzielte der Favorit den vielumjubelten Siegtreffer. Auch das zweite Aufeinandertreffen hatte es in sich. „City Sports lag gegen die MVA Stellingen nahezu die gesamte Spielzeit zurück, erst mit der Schlusssirene konnte sich das Team aus meiner Halle ins Siebenmeterschießen retten!“, gab ein faszinierter Tgahrt zu Protokoll. Genützt hat es den Bergedorfern letztendlich aber nichts, mit 8:9 musste sich das sympathische Team nach einer Nervenschlacht vom Punkt geschlagen geben.

 

Halbfinale 1

FC Soccer in Hamburg – Krupunder Kickers 7:6

 

Halbfinale 2

City Sports Bergedorf – MVA Stellingen 8:9 (nach Neunmeterschießen)

 

Noch war aber nicht Schluss! Nach einem Spiel um Platz drei, bei dem das geschulte Auge den vergangenen Kräfteverschleiß deutlich bemerkte, stand das Finale der ersten ISLHH-Saison an.

 

In der Gruppenphase gewann der FC Soccer in Hamburg noch klar und deutlich mit 9:1 gegen die MVA, das Finale gestaltete sich hingegen über weite Strecken absolut offen, keines der Teams konnte sich absetzen. Zur Pause stand es 4:3 für die Lokalkicker, ein Spiel auf des Messers Schneide!

 

Doch die teils etwas in die Jahre gekommenen MVA-Kicker mussten den vergangenen Stunden scheinbar Tribut zollen, immer klarer gestaltete der FC Soccer in Hamburg das Geschehen und schloss mit einem 9:4 das Turnier ab. „Ich hab es ja gesagt“, feixte Güler anschließend aus der Jubeltraube seines Teams heraus.

 

Spiel um Platz 3

City Sports Bergedorf- Krupunder Kickers 3:2

 

Finale

FC Soccer in Hamburg – MVA Stellingen 9:4

 

 

Bester Torwart des Turniers: Torwart v. MVA Stellingen (links) und Sergej Barbarez. Überreichung des Urlaubsgutscheins für 2 Personen, gesponsored von First Reisebüro.

 

 

Nach vielen Spielen und einem verdienten Sieger, gab es zum Abschluss noch ein richtiges Bonbon. Der „Sieger-Pott“, ein Prachtexemplar das diesen Namen absolut verdient hat, wurde von keinem geringeren als Ex-HSV-Profi Sergej Barbarez überreicht. „Was ich gesehen habe war absolut spannend und technisch hervorragender Fußball. Den Spielern scheint es auch jede Menge Spaß gemacht zu haben“, so der Bosnier.

Foto
 Barbarez. Gründer der Liga (v.r.): Alexander Tgahrt, Luis Duarte, 
Sascha Meyer mit Gast Sergej Barbarez - 
Pokalübergabe

 

„Insgesamt sind wir mit der Premierensaison absolut zufrieden, gekrönt wurde das Ganze vom heutigen Finaltag“, zeigten sich Alexander Tgahrt und Luis Duarte, Mitgründer der Liga, unisono hochzufrieden. „Es sind bereits weitere Hallen an uns herangetreten, sodass die kommende Saison noch größer, noch spannender und noch spektakulärer wird!“, verspricht Tgahrt eine noch spannendere zweite Saison. TS